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Personal Branding - nicht nur ein Thema für Selbstständige

 

Heute las ich einen interessanten Artikel zum Thema Eigenmarke. Die eigene Person zur Marke machen. Beim Gegenüber ein Bild über die eigene Person hervorrufen.

 

Nachdem ich den Artikel gelesen hatte, stellte ich mir die Frage: Ist dies nicht auch für Arbeitnehmer wichtig?

Sollte nicht jeder Arbeitnehmer auch mit seiner Persönlichkeit für das stehen, was er tun möchte, worin er seine Aufgabe sieht?

 

Menschen in kreativen Berufen wird zugestanden, dass sie meist mit ihrem Kleidungsstil auffallen oder sich anders geben. Häufig heißt es: Ist halt ein Künstler, die sind so.

 

In anderen Berufsgruppen findet man häufig eine gewisse Uniformierung. In einigen Unternehmen sehen alle gleich aus, egal welche Aufgabe sie im Unternehmen haben. Je höher die Position desto dunkler der Anzug. Frauen passen sich in ihrem Kleidungsstil den Männern an. Auf Bildern erkennt man sie dann häufig nur am Gesicht.

Auch ich war früher der Meinung, dass Frauen in gewissen Positionen zum gedeckten Businessanzug greifen sollten. Dass Piercings in bestimmten Berufen nichts zu suchen hätten und entfernt werden müssten. Dasselbe galt auch für Tätowierungen.

Vor kurzem wurden wir eines Besseren belehrt. Heute stört es nicht, wenn Prinzessinnen tätowiert sind. Man erinnere sich nur an die letzte Hochzeit im schwedischen Königshaus. Die junge Frau steht einfach zu sich und zu dem, was sie einmal getan hat.

Ich denke, hier können wir alle lernen. Sie wird immer die Prinzessin mit der Tätowierung im Genick sein. Wer ihren Namen in der Presse liest und sich die Hochzeit im Fernsehen angesehen hat, wird unter anderem dies Bild vor Augen haben. Sie wird vielleicht irgendwann für eine Modernisierung der Monarchie stehen.

 

Die Frage, die du dir stellen solltest:

 

Wofür möchtest du mit deiner Person stehen?

Vielleicht auch in einem bestimmten Unternehmen.

 

Was bist du für ein Typ?

Bist du eher der unauffällige Mitläufer? Dann solltest du dich der Umgebung anpassen. Du läufst dann keine Gefahr aufzufallen.

 

Bist du aber eher der unangepasste Typ, der zu seiner Meinung steht?

Diese auch gegenüber anderen zu vertreten weiß?

Dann zeige dies auch ruhig durch dein Erscheinungsbild. Vielleicht bist du der Mitarbeiter, der immer so flippige Krawatten zum Businessanzug trägt? Die Kollegin, die durch ihre bunten Blazer auffällt? Vielleicht hast du auch eine kleine Tätowierung oder ein Piercing.

Es nützt nichts, wenn du dich verbiegst. Sei ehrlich und stehe zu dir. Klar kannst du das Piercing herausnehmen. Bevor du dich dafür entscheidest, dich anzupassen, überlege dir gut, wofür dies Piercing bei dir steht. Legst du mit diesem Piercing nicht auch deine Überzeugung ab? Glaubst du, auf Dauer an einem Arbeitsplatz glücklich sein zu können, wo du dich ständig verbiegen musst? Wirst du hier dein volles Potenzial entfalten können?  

Ich kann dir sagen, dies wird nicht der Fall sein.

Als ich vor vielen Jahren mit einem Piercing in der Nase nach Hause kam, wurde mir prophezeit, dass ich damit nie im öffentlichen Dienst arbeiten könne. (Häufig der Arbeitgeber für Sozialpädagogen).  Mir wurde nahe gelegt, doch diesen kleinen Stecker aus der Nase zu nehmen.

Nachdem ich einige Absagen einstecken musste, war ich schon nahe daran, den Stecker zu entfernen. Ich habe es aber nicht getan und bekam schließlich eine Stelle im öffentlichen Dienst. Nie wurde ich auf mein Nasenpiercing angesprochen und wenn, erhielt ich nur positive Rückmeldungen. Auch als ich mich für die Selbstständigkeit entschied, dachte ich für kurze Zeit daran, das Nasenpiercing zu entfernen. Ich dachte, Businessanzug und Stecker passen nicht zusammen. Der Stecker ist heute immer noch in der Nase.

 

Er gehört zu mir wie meine Haare, der Hosenanzug, den ich manchmal trage, oder alles andere, was mein äußeres Bild ausmacht. Es ist meine Persönlichkeit. Auf der einen Seite konservativ und auf der anderen Seite auch ein bisschen flippig.

Vielleicht werde ich ihn irgendwann herausnehmen. Denn wir alle verändern uns mit der Zeit.

Nur weiß ich eines: Ich werde dann die Entscheidung ganz alleine treffen, und es muss die für mich richtige Zeit sein. Es wird nicht mit meiner Arbeit und dem Bild, dem ich aus Sicht anderer entsprechen sollte, zusammenhängen.

Vielleicht denken dann viele, wenn sie meinen Namen hören, an die Frau mit den roten Haaren und dem Piercing in der Nase.

 

"Das Wichtigste ist,

ehrlich zu sich selbst zu sein."

 

( Nelson Mandela)

 

 


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