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5 Punkte für einen guten Umgang mit Absagen

 

Vollbeschäftigung, Fachkräftemangel. Wer kennt sie nicht? Diese Schlagwörter, welche wir ständig in den Nachrichten hören, wenn es um den aktuellen Arbeitsmarkt geht.

 

Ja, auf der einen Seite haben wir Firmen, die händeringend nach guten Mitarbeitern suchen - auf der anderen Seite haben wir die Arbeitnehmer, die sich bewerben und eine Absage nach der anderen bekommen.

 

Geht es dir genauso?

Hast du auch schon einige Bewerbungen verschickt und nur Absagen erhalten?

Dabei hast du eine gute Ausbildung mit guten Noten? Mit deinen Arbeitszeugnissen sieht es ebenfalls gut aus? Doch eine Anstellung hast du bis heute nicht bekommen?

 

Liegt es wirklich nur an dir?

Ich sage: "Nein"!

 

Du glaubst mir nicht? Du suchst die Fehler ausschließlich bei dir?

Du bist einfach nicht geeignet für diesen Arbeitsmarkt, alle sind besser als du?

 

Ja, viele von uns denken so. Auch ich kenne die Zeiten der aktiven Suche nach einem guten Arbeitsplatz.

Suchen, bewerben, Absage erhalten, dann beginnt das Ganze von vorne. Das Selbstwertgefühl sinkt mit jeder Absage. Besonders, wenn Freunde oder Verwandte die Problematik nicht verstehen, wo es doch überall heißt, dass Arbeitnehmer gesucht werden. Bald bewirbst du dich auf Stellen, die weit unter deinem Wert liegen, nur um endlich wieder eine Arbeit zu haben.

 

Doch was bedeutet eigentlich Vollbeschäftigung?

Nimmst du den Begriff wörtlich, sollte jeder einen Arbeitsplatz haben, wenn der Staat von Vollbeschäftigung spricht.

Dies ist ein Irrtum.

Schlägst du die Bedeutung des Wortes nach, stellst du sehr schnell fest, dass Vollbeschäftigung nicht gleich zusetzten ist mit "Arbeitsplatz für alle". Je nach wirtschaftlicher Lage in einem Land wird Vollbeschäftigung unterschiedlich definiert.

In Zeiten des Wirtschaftswunders galt Vollbeschäftigung bei einer Arbeitslosenquote von 0,8 %. Heute spricht man bei einer Arbeitslosenquote von 3,5 - 4 % von Vollbeschäftigung. Von diesen Zahlen sind wir in manchen Bundesländern noch weit entfernt.

 

Sie nützen dir auch nichts, wenn eine Absage nach der anderen im Briefkasten landet. Für dich ist ein guter Umgang mit dir und den Absagen wichtiger als alle Statistik.

 

Wie gehst du positiv mit Absagen um?

 

1. Eine Absage ist keine Herabsetzung deiner Person

 

Wir definieren uns über unsere Arbeit. Die Gesellschaft steckt Menschen ohne Arbeit schnell in Schubladen mit der Überschrift "Faul" und "Schmarotzer auf Staatskosten".

Ich sage, dies trifft nur auf einen Bruchteil der Arbeitslosen zu. Die meisten suchen aktiv Arbeit oder setzen sich mit ihrer beruflichen Situation auseinander.

Wenn du eine Absage auf eine Bewerbung bekommst, bedeutet dies nicht, dass du ein schlechter Mensch bist. Es bedeutet, dass dein Profil nicht den gesuchten Anforderungen in diesem Unternehmen entsprochen hat. Das Profil eines anderen Bewerbers entsprach den Vorstellungen der Personalverantwortlichen. Deswegen ist er kein besserer Mensch.

 

2. Sei aktiv

 

Nicht jede Tätigkeit wird entlohnt.

Ich spreche hier nicht über Minijobs, sondern über ehrenamtliche Tätigkeiten. Hier kannst du für dich und dein Selbstwertgefühl punkten. In Zukunft wird dieser Bereich immer wichtiger werden. Viele Arbeitsmarktforscher sprechen auch von dem zukünftigen vierten Arbeitsmarkt. Natürlich wird er dann finanziell besser honoriert, als es zur Zeit noch der Fall ist. Suche dir auf diesem breiten Feld eine Tätigkeit, in die du dich mit deiner ganzen Persönlichkeit einbringen kannst. Eventuell bist du so gut, dass man dir eine bezahlte Festanstellung anbietet.

 

3. Ziehe dich nicht in dein Schneckenhaus zurück   

 

Empfindest du es vor deinen Freunden als persönliche Schmach, keine Arbeit zu haben?

Wahre Freunde denken nicht so. Wenn du dich jetzt in dein Schneckenhaus zurückziehst, wird es nicht besser.

Vielleicht hast du Freunde, die dich ständig mit allen möglichen Stellenanzeigen bombardieren. Stellen, die für dich nicht in Frage kommen. Rede mit ihnen darüber. Zeige ihnen, dass du ihre Mühe zu schätzen weißt, aber nicht alle ausgeschriebenen Stellen für dich geeignet sind. Erkläre ihnen, was du genau suchst. Du wirst sehen, dass die nächsten Vorschläge eher deinen Vorstellungen entsprechen.

Natürlich kannst du dir auch Freunde suchen, die in einer ähnlichen Situation wie du sind. Sie können dich am besten verstehen. Nur verstehen heißt nicht helfen. Achte auf dich. Geht es dir nach einem Treffen mit ihnen besser oder fühlst du dich schlechter?

Umgebe dich mit Menschen, die dich positiv beeinflussen und dir weiter helfen.

 

4. Bilde dich weiter

 

Eine Absage bedeutet nicht, dass du für diesen Beruf ungeeignet bist. Vielleicht fehlen dir ein paar wenige fachliche Fähigkeiten. Diese kannst du dir durch eine gute Weiterbildung aneignen. Weiterbildungen sind oft teuer. Erkundige dich bei der für dich zuständigen Behörde, inwieweit du Unterstützung erhalten kannst. Vielleicht können sie dir einen Bildungsträger empfehlen.

 

5. Bewirb dich nicht gleich wieder bei dem selben Arbeitgeber

 

"Wir haben immer noch keine Arbeit für Sie!"

Dieser Satz stand in einer Absage an einen Arbeitsplatzsuchenden, nachdem er sich schon mehrmals in kurzen Abständen bei dem selben Arbeitgeber beworben hatte. Wenn du schmerzfrei bist und dir eine weitere Absage auch nichts ausmacht, kannst du dich nach einer Absage sofort wieder beim selben Arbeitgeber bewerben. Die nächste Absage ist dir sicher und irgendwann verschwindet selbst die kleinste Chance, bei diesem Arbeitgeber noch eine Stelle zu bekommen. 

Legst du keinen Wert auf eine weitere Absage, dann lasse etwas Zeit verstreichen. Ich rede hier nicht von Wochen, sondern von mindestens einem halben Jahr. Wobei ich dir aus meiner Erfahrung sagen kann: Manche Bewerber werden nie vergessen.

Ich erkenne bei einigen, dass sie sich weiter entwickelt haben. Bewerbungen sehen besser aus, das ein oder andere wurde dem Lebenslauf hinzugefügt.

 


 

Zum Schluss

 

Gib nie auf! Auch wenn du auf deine Bewerbungen Absagen bekommst. Mit jeder Bewerbung erhältst du eine neue Chance auf den richtigen Arbeitsplatz.

 


 

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