Bildbeschreibung



Das ist zumutbar!!

 

Ein Satz, den jeder, der sich schon mal arbeitssuchend melden musste nach einiger Zeit von seinem Sachbearbeiter oder Fallmananger zu hören bekam.

Sie müssen sich auf alles bewerben.

 

Natürlich können Sie sich auf alles bewerben, denn gerade als ALG II Empfänger muss man sich auf alles bewerben. Die Frage, die sich hier stellt, ist, welche Qualifikationen bringt zum Beispiel ein Buchhalter für die Stelle als Landschaftgartenhelfer mit, oder ein IT-Fachmann als Küchenhelfer in einer Großküche? Wieviel Sinn macht es, einem 100% Büromenschen eine Stelle in der freien Natur aufzuzwingen, oder ihn aufzufordern Bewerbungen für eine Stelle zu schreiben, die er körperlich über einen längeren Zeitraum gar nicht durchhalten kann?

Denn auch über die körperliche Zumutbarkeit kann man sich streiten.

 

Klar, werden Sie jetzt sagen, aber bevor er dem Steuerzahler weiterhin auf der Tasche liegt, muss er halt was tun, auch wenn es nicht seine erlernte Tätigkeit ist.

Das ist zumutbar.

Wir vergessen bei dieser Überlegung nur eines: Ist es auch dem Arbeitgeber zumutbar? Wie viel Zeit und somit auch Geld kostet die Einarbeitung eines nicht qualifizierten Mitarbeiters?

Wieviel Krankheitstage muss er bei einem unzufriedenen Mitarbeiter kalkulieren. Es ist  statistisch erwiesen, je zufriedener der Arbeitnehmer mit seinem Arbeitsplatz ist,

desto weniger Krankheitstage hat er.

Wie lange wird er ihn als Mitarbeiter an sein Unternehmen binden können? Je überqualifizierter ein Bewerber ist, desto sicherer benutzt er diese Stelle nur als Sprungbrett für Stellen, die seinen Qualifikationen eher entsprechen.

Aber alleine schon die Zeit, die zur Durchsicht von Bewerbungen investiert wird. Ein Unternehmer, der über keine eigene Personalabteilung verfügt schlägt sich oft die Nacht um die Ohren um die Flut von Bewerbungen zu bearbeiten. Man will aber auch allen gerecht werden. Doch spätestens bei der Durchsicht des Lebenslaufes erkennt der Arbeitgeber ob der Bewerber zumindest ein paar der gewünschten Qualifikationen mitbringt. Bei manchen wird er sich fragen, ob seine Ausschreibung wirklich gelesen wurde. Ob der Bewerber weiß, auf welche Tätigkeit er sich überhaupt beworben hat? Ich wage mal zu behaupten, dass der Bewerber dies ganz genau weiß. Es war zumutbar, auch wenn es für den Arbeitgeber eine Zumutung war.

 

Bei all diesen Überlegungen sei die Frage erlaubt: Wer liegt dem Steuerzahler, denn auch der Arbeitgeber ist ein Steuerzahler, mehr auf der Tasche? Ein Arbeitsloser, der schnell Arbeitsstellen annehmen muss, für die er fachlich und persönlich nicht geeignet ist, und häufig für andere den Platz räumen darf, die besser geeignet sind? Oder ein Arbeitsloser, der für das Finden des richtigen Arbeitsplatzes eine länger Zeit für sich beansprucht, dann aber über Jahre an diesem Arbeitsplatz bleibt.

 


Bildbeschreibung